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Es war einmal - Kurzgeschichten

Es war einmal 1. Auflage November 2001
Restexemplare bei der Autorin
für 7,50 EUR

In diesem kleinen Büchlein findet der Leser eine Sammlung von Alltagsgeschichten, was eben so nebenan passiert ist, letzte Woche, letzten Monat, im vergangenen Jahr oder eben noch früher. Geschichten vom Leben geschrieben, von der Autorin festgehalten in diesem kleinen Buch.

Sie erzählt von Erlebnissen, die zwar zur Vergangenheit gehören, wenn auch eine sehr junge Vergangenheit, aber die man eben nicht vergisst, an die man sich immer wieder erinnert, gern oder weniger gern. Ob es die Vorstellung an das Pilzesuchen mit den Eltern in der Kindheit ist, oder das Ende einer Ehe, dass die unsichtbare Grenze Ost-West herbei geführt hat.

Inhaltsverzeichnis

Sie kocht für ihn
Wochenende
Meiner erster Liebesbrief
Pilze suchen
Flüchtige Begegnung
Frühstück
Herbst am Balaton
Negation der Träume
Wenn die Blätter den Baum verlassen
Der etwas andere Weihnachtswunsch
Eine Blume zwischen Felsen
Der Tag beginnt
Ein anderer Tag beginnt
Urlaub in Österreich
Kartoffelferien
Die Malerin
Begegnung
Verlassen
Flug nach Agadir
Weimar am 28. August
Das Treffen
Liebespaar am Meer


Auszug:
Frühstück
Es war ein Sonnabend, an dem ich dich verließ. Oder sagen wir mal, an dem ich dich verlassen wollte. Da steuerte ich das Auto in Richtung Süden, nein ich glaube das Auto steuerte mich. Ich fuhr automatisch, die Gedanken hatten längst den Innenraum des PKW´s verlassen. Sie flogen zurück, zurück in dieses kleine Zimmer. Du wirst am Frühstückstisch sitzen, die Freie Presse lesen und vor dir die frischen Brötchen. Alles wird sein wie immer, du wirst gar nicht merken, dass ich nicht da bin, hattest mich sowieso nie hinter deiner Zeitung wahrgenommen. Nicht einmal das Kaffee nachgießen hast du registriert, du batst mich, dir noch einmal Kaffee zu bringen, der längst deine Tasse zum zweiten Mal füllte. Immer war es mir zu früh, unser Frühstück, unser Aufstehen. 7.00 Uhr gingst du zum Bäcker, du sagst du tust es für mich, leider hast du gar nicht gehört, als ich sagte, ich brauche keine frischen Brötchen. Eigentlich hatte das Essen, unser Essen nie eine besondere Priorität für mich, und es war mir egal ob wir aufgebackene Brötchen aßen oder eben die Frischen. Was spielt das für eine Rolle ob der Bäcker die Brötchen vor 2 Stunden, vor 5 oder vor 24 Stunden gebacken hat. Jetzt während mein Auto mich immer weiter von dir wegträgt, habe ich eine Sehnsucht, eine Sehnsucht nach frischen Brötchen, oder nein, nach der Freien Presse, oder vielleicht nach dir? In meinem Kopf war doch alles klar, Trennung, weil es geht nicht mehr, so geht es nicht mehr. Das war doch gut durchdacht, lange überlegt, nicht übereilt, nicht zu schnell, redete ich mir ein. Die Liste mit deinen negativen Eigenschaften war drei mal so lang wie die mit den positiven. Mehrmals hatte ich sie aufgestellt, mehrmals hatte ich sie geändert, und das Ergebnis war immer wieder das Gleiche. Du liebst mich nicht, oder nicht mehr, oder nicht genug? Sicher war ich mir da nie. Man spricht nicht über diese Dinge, du sprachst nicht darüber. Es war alles ganz normal, so wie es war. Jeder tat das Seine, manches taten wir gemeinsam. Und eigentlich waren wir nicht unbedingt unzufrieden, mit unserm Leben, über den Inhalt der Tage, wir hatten sie ja selbst gestaltet. Darin waren wir Meister, jeder hatte Ideen, jeder hatte seine Vorstellungen. Jedoch stellte sich oft erst bei der Realisierung heraus, dass jeder die Planung ohne den anderen gemacht hatte. Mal war es der von mir organisierte Opernabend, der mit deiner so wichtigen Sportveranstaltung zusammen fiel. Dann wieder hattest du vor mit mir Freunde zu besuchen, als ich mich auf einen Abend mit Büchern eingestellt hatte. Deine Interessen, meine Interessen, ja sie hatten ihre Daseinsberechtigung, glaubten wir. Wir waren der Überzeugung tolerant zu sein, zu verstehen und zu akzeptieren, was der andere tut. Doch immer öfter fragte ich mich, ob wir das wirklich waren, und wenn wir es waren, waren wir damit glücklich? Aufeinander zu gehen, entgegen kommen, zurück stecken, Eigenschaften, die dir fremd waren, mir oft auch. Warum haben wir nicht gelernt wie man so etwas tut, schon der Versuch wäre es wert gewesen. Aber nein, du hast weiter 7.00 Uhr deine Brötchen geholt, genau so wie an diesem Sonnabend. Heute weiß ich nicht mehr wieso ich eigentlich nach dem ich dich ja verlassen hatte, plötzlich wieder im Zimmer stand, dir den Kaffee nachgoss, um dann auf deine Bitte zu warten, ob ich dir noch einmal Kaffee nachgießen könnte.


 Autorin Ilona R. Mayer
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